02.06.2012
Kategorie: Turnier-News

DM Balve: Langehanenberg krönt sich zur Meisterin im Special

Es war der Tag der Helen Langehanenberg und ihres Damon Hill NRW: Die beiden boten alles auf und an, was sie können und zelebrierten einen Special, der seinesgleichen suchte. 85,822 Prozent waren das drittbeste Special-Ergebnis, das jemals erzielt wurde. Dami - wie er im Stall heißt - strotzte nur so vor Kraft, dass es eine wahre Freude war, den beiden zuzusehen. Das Protokoll ist überflutet von Neunen und auch Zehnen - in sämtlichen Lektionen. Kein Pferd war an diesem Tag schwungvoller und mit mehr Go ausgestattet als der Westfalenhengst. Helen Langehanenberg war völlig überwältigt: "Ich bin sprachlos. Mir kullerten schon auf der Schlusslinie ein Tränchen aus den Augen, weil das Reitgefühl so überwältigend war." Zum ersten Mal konnte sich die Vizeeuropameisterin des vergangenen Jahres mit dem Team zur Deutschen Meisterin krönen. Sie ließ an diesem Tag Matthias Rath mit Totilas hinter sich, der auf 83,156 Prozent kam. Dritte wurde - wie im Grand Prix - Kristina Sprehe mit Desperados, die auf 82,311 Prozent kam und mit ihrer makellosen Vorstellung auch Zweite hätten werden können. Denn Totilas und Rath hatten einige Fehler, gleich zwei Mal in den Einerwechseln zudem in der Galopptraversale nach rechts als Totilas einen Ungehorsam zeigte und bockte. Wo Richter bei H, Martin Richenhagen, bei diesem Ritt mit seinen Gedanken war oder viel mehr mit seinen Augen, ist völlig unerklärlich. Die Wechsel benotete er mit einer 9 und 8, die Traversale mit einer 10. Mit 88,889 (!) Prozent setzte er dieses Paar auf den ersten Platz - während zwei Richter die Kombination auf der drei hatten. Dass Sprehe an diesem Tag Zweite hätte werden müssen, zeigt schon die Tatsache, dass vier von fünf Richtern sie auf diesem Platz sahen (zwei punktgleich mit Rath/Totilas). Doch trotz der etwas unglamourösen Vorstellung des Vizemeisters war der nicht enttäuscht: "Klar, drei Fehler dürfen nicht passieren, das sind zwei zu viel, aber es gibt wesentlich Schlimmeres und zwei Mal Ergebnisse mit über 83 Prozent zeigen wohl, dass das Meckern auf ganz hohem Niveau ist. Ich bin kein Stück enttäuscht." Weiterhin gab er sich für die morgige Kür optimistisch: "Ich freue mich darauf und morgen geht es bei null los." Das sagte auch Helen Langehanenberg: "Neuer Tag, neues Spiel, neues Glück." Richtig Pech hatte einmal mehr Isabell Werth, deren Jahr es nicht zu sein scheint. Gestern schon die Verletzung von Don Johnson mit Aufgabe, nun ein wieder nicht piaffierender El Santo NRW - die beiden nur auf Platz neun. Doch Isabell sieht es sportlich: "Es war ein Versuch heute, ihn offener in die Piaffen kommen zu lassen, was nicht funktionierte. Wenn ich das Problem nicht gelöst bekomme, brauche ich nicht nach London fahren. Das war ohnehin mit Don Johnson geplant und jetzt muss man sehen, ob er noch rechtzeitig fit wird. Ansonsten bin ich halt mal nicht dabei - das ist dann halt so und sehe ich ganz professionell." Don Johnson hat sich das Fesselgelenk oder den -kopf gezerrt, an den Weichteilen jedoch ist nichts, sodass eine schnelle Genesung wahrscheinlich ist. Da der Dressurausschuss jedoch nach diesem Wochenende das Team für Aachen benennt, spricht alles für einen Mannschaftseinsatz von Anabel Balkenhol mit Dablino, die nach ihrem vierten Platz im Grand Prix auch im Special erneut Vierte wurde. Sie würde in Aachen das Team um die ersten drei bei der Deutschen Meisterschaft ergänzen.