Warendorf: Bundeschampionate mit Mammutprogramm

Das Bundeschampionat, in diesem Jahr mit neuem Titelsponsor HKM, hat seine ersten Favoriten auf Titel, Medaillen und Schärpen auf den Warendorfer Prüfungsplätzen ermittelt. Ein kleiner Überblick.

 

Vierjährige Reitpferdehengste

Vor der neuen überdachten Tribüne am Reitpferdeviereck präsentierten sich die vierjährigen Hengste. Hier sahen die Zuschauer mit dem ersten von insgesamt elf Hengsten auch gleich den späteren Sieger: My Milano v. Millennium - De Niro. Der von Lukas Fischer vorgestellte Hengst aus der Zucht von Johann von der Decken wurde mit einer 9,5 für den Trab sowie Neunen für Galopp, altersgerechte Ausbildung und Perspektive bewertet.

 

Vierjährige Reitpferde

Auch bei der Qualifikation der vierjährigen Stuten und Wallache ging es darum, sich für das Finale zu empfehlen. Da sich gleich zwei Pferde wertnotengleich den achten Platz teilen, gibt es ein Wiedersehen mit neun Kandidaten. Unter ihnen sechs Stuten, von denen drei auch das Podium stellen. Als Siegerin der Qualifikation ging die Rappstute Macadamja (v. Morricone I – San Amour) hervor, vorgestellt von Simone Kaiser. Die Stute erhielt nicht nur für ihr Exterieur eine glatte 9,0, sondern erfüllte laut Richterurteil auch die „Kriterien der Skala der Ausbildung“ mit Sehr gut (9,0), insgesamt: 8,8. Züchter und Besitzer ist Heinrich Gießelmann.

 

Fünfjährige Dressurpferde

72 fünfjährige Dressurpferde traten in der Finalqualifikation, einer Dressurpferdeprüfung der Klasse L, an. Sieger in der ersten Abteilung war der Oldenburger Ferdades v. Frascino – Escolar (Züchterin Christine Campe). Im Sattel des braunen Wallaches, der sich mit 8,8 durchsetzte, saß Henriette Hachmeister. Mit 8,6 ging der Sieg in der zweiten Abteilung an St. Felice, eine dunkelbraune Hannoveraner Stute v. St. Schufro – Felicity S (Züchter: Patrick Seefeld). Marcus Hermes stellte St. Felice im Dressurstadion vor.

 

Sechsjährige Dressurpferde

Danza del Sol und Boa Vista FRH heißen die beiden Siegerinnen bei den sechsjährigen Dressurpferden. Von den insgesamt 50 Teilnehmern erzielten die beiden die Tagesbestnote von 8,6 und führen damit je eine Abteilung an. Die Westfalenstute Danza del Sol (v. Delorean - Sandro Hit) aus der Zucht und im Besitz von Jasmin Troike wurde von Tessa Frank vorgestellt. Vorjahres-Championesse Boa Vista FRH wurde wie 2021 von Greta Heemsoth in Szene gesetzt und sorgte für den zweiten Qualifikationssieg für ihren Züchter und Besitzer Ingo Pape.

 

Fünfjährige Springpferde

Bei den fünfjährigen Springpferden gingen 92 Pferde an den Start. Platziert wurde in zwei Abteilungen, so dass es zwei Sieger gab. Überlegener Gewinner der ersten Abteilung war der dunkelbraune Dracon v. Dominator Z – Balou du Rouet. Züchter des westfälischen Hengstes ist die Zuchtgemeinschaft Junker, Besitzer sind Ursula und Joachim Rosendahl. Mit Hendrik Dowe im Sattel, der in dieser Prüfung noch weitere vier Pferde am Start hatte, erhielt der Hengst eine 9,6. Der Sieg in der zweiten Abteilung mit der Wertnote 9,4 ging an Chaloubino PS v. Chacoon Blue – Centadel. Er wurde von Patrick Stühlmeyer vorgestellt, Bereiter der Station Schockemöhle.

 

Siebenjährige Springpferde

Bei den siebenjährigen Springpferden ging es in ihrer ersten Qualifikation, einer Springprüfung der Klasse S*, um Fehler und Zeit. Die schnellste fehlerfreie Runde der 48 Starter gelang Richard Vogel mit Munin, einem Holsteiner Wallach v. Mylord Carthago - Chin Chin, aus der Zucht von Michael Eitel und im Besitz von Martin Will. Nur ein ganz kleines bisschen langsamer kam Vogels Freundin Sophie Hinners mit der Holsteiner Schimmelstute Honey Bunny v. Livello – Cento ins Ziel.

 

Achtjährige und ältere Pferde

Bei der erstmals ausgeschriebenen S*-Prüfung für achtjährige und ältere Springpferde aus deutscher Zucht erzielte Felix Haßmann mit der achtjährigen Oldenburger Stute Elli (v. Eldorado van de Zeshoek) das beste Ergebnis, gefolgt von Sandra Auffarth mit ihrem Derby-Pferd, der 13-jährigen Hannoveraner Stute Nupafeed's La Vista (v. Lordanos - For Pleasure).

 

Fünfjährige Vielseitigkeitspferde

Gerade wurde er wieder Gesamtsieger im U25-Förderpreis Vielseitigkeit, jetzt steuerte der Warendorfer Sportsoldat Jérôme Robiné den Trakehner Hengst Sturmpfeil (v. Under Fire - Sixtus) zum Sieg in der Qualifikationsprüfung der fünfjährigen Vielseitigkeitspferde. Erstmals vergaben die Richter dabei Einzelnoten, wie es von den Dressur- und Reitpferden schon lange bekannt ist. Für Sturmpfeil zückten sie gleich drei Mal die 9,5: für das Galoppiervermögen, für die Rittigkeit sowie den Gesamteindruck als Vielseitigkeitspferd. Und auch Springvermögen und -manier war ihnen ein „Sehr gut“ (9,0) wert. Damit sicherte sich Sturmpfeil (Züchter: Familie Blömer, Besitzer: Sportpferde Kurbel) mit der Gesamtnote 9,3 den Sieg in der ersten Abteilung.

Eine Hannoveraner Doppelspitze führt die zweite Abteilung an. Sowohl der Diacontinus-Sohn Dream Worker (MV: Contendro I) als auch Best Buddy (v. Blockbuster) beendeten die Qualifikation mit einer 9,0. Best Buddy aus der Zucht von Gerd Neukäter und vorgestellt von dessen Enkelin Anna-Lena Schaaf erhielt in allen vier Bewertungskriterien die glatte 9,0. Bei Dream Worker imponierte den Richtern vor allem das Springvermögen (9,5), für Rittigkeit und Gesamteindruck gab es die 9,0, für den Galopp die 8,5. Dream Worker wurde von Carsten Nancken gezogen und ist im Beritt von Sandra Auffarth. Angesichts der bevorstehenden Weltmeisterschaften in Pratoni del Vivaro startet diese in Warendorf aber nur in den Springprüfungen. Im Sattel von Dream Worker saß daher ihr Stallkollege, der indische Olympiateilnehmer Fouaad Mirza.

 

Sechsjährige Vielseitigkeitspferde

Auch bei den Sechsjährigen Vielseitigkeitspferden blieb der Sieg in Warendorf. An die Spitze des 23 Teilnehmer zählenden Starterfeldes setzten die Richter die Hannoveraner Stute Dinathia (v. Diacontinus - Natiello xx), vorgestellt von der schwedischen Olympia-Silbermedaillengewinnerin Sara Algotsson-Ostholt. Gleich drei Mal vergaben sie die 9,5 an die Rappstute: für den Galopp, für die Springmanier, die Springtechnik und das Verhalten am Sprung sowie den Gesamteindruck. Zusammen mit einer 8,5 für die Rittigkeit errechnete sich ein Endergebnis von 9,3. PM/Pferd-aktuell

 

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