PferdeSport International Ausgabe 14-15/2017

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Ausgabe 14-15/17

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Leseproben Ausgabe 14-15/2017

Deutsche Meisterschaft in Balve
Foto: Stefan Lafrentz

Deutsche Meisterschaft in Balve

Christian Kukuk hatte es in der Hand, erstmals Deutscher Meister der Springreiter zu werden. Doch am Ende des hochdramatischen Finales der Titelkämpfe in Balve war es Simone Blum aus Zolling bei München, die mit der Goldmedaille geschmückt wurde. Die 28-Jährige trat als einzige Frau bei den Männern an und sorgte für eine faustdicke Überraschung. In der ersten Wertung machte sie bereits klar, dass mit ihr zu rechnen sein würde: fehlerfrei in beiden Umläufen, lediglich 0,25 Fehlerpunkte für Zeitüberschreitung, Platz 5. Was zwei Tage später folgte, hatte Krimiqualität. Erneut schaffte Alice zwei fehlerfrei Runden. Nun galt es zu warten. Die nächsten zwei, drei Minuten werden Simone Blum auf dem Abreiteplatz wie eine Ewigkeit vorgekommen sein. Als letzter Starter betrat Christian Kukuk die Bühne. Der Bereiter im Stall von Ludger Beerbaum und der elfjährige Cornet Obolensky-Sohn Colestus hatten es in der Hand, Deutsche Meister zu werden, denn das Konto der beiden zeigte: null Fehler. Ob die Nerven versagten oder Colestus müde war, weiß man nicht, jedenfalls fielen an gleich zwei Hindernissen die Stangen. Aus der Traum von Gold. Der 27-Jährige beendete die Prüfung mit Platz 16 und rutschte in der Meisterschaftswertung auf Rang zwölf ab. Tief enttäuscht verließ er das Stadion. Simone Blum schlug die Hände vors Gesicht, als könne sie es nicht fassen. Sie ist tatsächlich Deutsche Meisterin bei den Herren. Das hatte vor ihr nur eine Frau geschafft: Meredith Michaels-Beerbaum 2008 und 2010 mit Checkmate.
Vielseitigkeit in Luhmühlen
Fotos: Stefan Lafrentz

Vielseitigkeit in Luhmühlen

Mit ihren 54 Jahren gehört sie noch lange nicht zum alten Eisen, im Gegenteil: Bettina Hoy gewann in Luhmühlen die Deutsche Meisterschaft der Vielseitigkeit (CCI3*) und belegte in der Vier-Sterne-Prüfung Platz drei – pure Frauenpower einer Sportlerin, die von Anfang an das Geschehen in Luhmühlen beherrschte. Mit ihrem bildhübschen Seigneur Medicott, dem elfjährigen Westfalen v. Seigneur d’Alleray, erhielt sie nach ihrer ausdrucksstarken Vorstellung im Viereck von den Richtern, Dr. Ernst Topp und Professor Dr. Slawimir Pietrzak aus Polen, völlig zu Recht – international seltene – 26,3 Prozentpunkte. Im Gelände blieb der Braune, der wie seine Reiterin sagt, „etwas schüchtern“ ist, ohne Zeit- und Hindernisfehler. Auch im Springen ließ die 54-Jährige nichts anbrennen und kam mit einem Zeitstrafpunkt ins Ziel. Das bedeutete den vierten Deutschen Meistertitel für Bettina Hoy und den dritten Drei-Sterne-Sieg mit Seigneur Medicott. Über dem Paar hängt allerdings das Damoklesschwert einer Trennung. „Es ist bekannt, dass „Micky“ zum Verkauf steht“, erzählte Bettina Hoy, die in Luhmühlen als neue Nationaltrainerin der Niederländer viel zu tun hatte. „Eine bestimmte Person hat hier schon immer zugeschaut, wenn ich ihn geritten bin“, erzählte sie, „aber ich werde alles dransetzen, dass sie ihn nicht bekommt."
Ausbildung: Ängstlich oder frech?
Fotos: Jacques Toffi

Ausbildung: Ängstlich oder frech?

Beim Anreiten lief noch alles problemlos, plötzlich entwickelt die Remonte Unarten unter dem Sattel, bleibt abrupt stehen, dreht sich um, flüchtet vor entgegen kommenden Pferden. Woher kommt dieses Verhalten? Junge Pferde testen ihre Grenzen. Haben sie sich nach einigen Monaten an Sattel, Trense und den Reiter mit seiner Hilfengebung gewöhnt und Kondition, Kraft und Selbstbewusstsein aufgebaut, versuchen sie dem Reiter zu zeigen, wer der Herr im Haus ist. Diesen natürlichen Rangordnungskämpfen muss der Reiter energisch begegnen – aber niemals mit Prügel oder harter Bestrafung. Wie das gelingt, erklärt FN-Ausbildungsbotschafter Christoph Hess.