Leseproben Ausgabe 05/2024

Sport: Schwedenhappen
Bild: Stefan Lafrentz

Sport: Schwedenhappen

Zum ersten Mal wurde das Weltcupfinale Dressur und Springen in einem arabischen Land ausgetragen, in Riad, der Hauptstadt Saudi-Arabiens. Aber viele der strengen Vorschriften, die lange Zeit vor allem das Leben von Frauen eingeschränkt hatten, wurden vor sechs Jahren gelockert. Früher durften Mädchen nicht in der Öffentlichkeit reiten, jetzt stellten sich fünf Spring- und neun Dressurreiterinnen neben den Männern dem sportlichen Vergleich und wurden von den Zuschauern – insgesamt 10.000 an allen vier Tagen – begeistert bejubelt. Lob erhielten die Veranstalter von allen Seiten für die hervorragenden Bedingungen, vor allem für die Pferde, die in großen Boxen in klimatisierten Ställen fünfsternemäßig untergebracht waren. Und das üppige Preisgeld, insgesamt 2,3 Millionen Euro, kam bei Reitern und Pferdebesitzern auch gut an. Das meiste davon und beide Weltcups gingen nach Schweden.
Olympische Spiele: Anekdoten im Dressurreiten
Bild: Toffi-Images.de

Olympische Spiele: Anekdoten im Dressurreiten

Kommen Sie mit uns auf den zweiten Teil unserer historischen Reise durch die drei olympischen Reitsport-Disziplinen. Die Zeitmaschine bringt uns zurück zu den Anfängen der Dressur und nimmt uns mit zu Stationen voller Freude, Tränen und Überraschungen im olympischen Viereck und darüber hinaus. Seoul 1988 und Barcelona 1992: Nicole Uphoff und Rembrandt 21 Jahre war Nicole Uphoff jung, als sie auf dem eigenwilligen elfjährigen Westfalen-Wallach Rembrandt in Seoul 1988 Doppel-Olympiasiegerin wurde. Dabei hatte die junge Dame noch im Vorfeld die Gemüter erhitzt, wie sie selbst berichtet: „In Seoul bin ich mit Remmi nachmittags nochmal Schritt auf der Rennbahn geritten und hatte dabei nur eine Reithose mit Jodpurstiefeln an. Als ich zurückkam, bekam ich einen fürchterlichen Anraunzer, weil man so gekleidet nicht auf Olympischen Spielen reiten würde! Ich war sauer, da man morgens auch schon von mir verlangt hatte, mit Rembrandt Lektionen zu arbeiten, ich aber der Meinung war, dass er noch weiter gymnastiziert werden musste. Ich beschloss nach Hause zu fliegen, fuhr zum Hotel, und fing an, meinen Koffer zu packen, als Reiner Klimke anrief und mir sagte, er würde auf mich wie ein Vater aufpassen, wenn ich denn nur bleiben würde. Das bewegte mich sehr. Wir einigten uns darauf und er nahm wirklich die Vaterrolle an und alle ließen mich mit Rembrandt arbeiten, wie ich es meinte. Was dabei dann herauskam, ist ja bekannt.“ Vier Jahre später wiederholte das Traumpaar seinen Erfolg und sicherte sich in Barcelona, gereifter, aber nicht weniger schwungvoll, erneut Einzel- und Mannschaftsgold.
Portrait: „Reiten wird nie langweilig!“
Bild: Toffi-Images.de

Portrait: „Reiten wird nie langweilig!“

Bianca Nowag-Aulenbrock reitet seit frühster Kindheit, hat nie ein eigenes Pferd besessen, sondern sich immer um die ihr anvertrauten Tiere aufs Beste gekümmert. Und sich mit ihnen bis zur internationalen Spitzenklasse im Dressur-Viereck hochgearbeitet. Sie sagt: „Wir müssen als Reiter in der Öffentlichkeit ein Bewusstsein dafür wecken, dass wir unseren Pferden die besten Bedingungen schaffen. Dass sie immer an erster Stelle stehen, auch wenn es uns selbst beispielsweise mal nicht so gut geht.“ Die Dressur bestimmte immer schon das Leben von Bianca Nowag-Aulenbrock. Was als Ponyreiterin mit Der feine Lord begann, setzte sich mit Dauerbrenner, Sir Hohenstein und vor allem Fair Play im Nachwuchsbereich durch. Aus dieser Zeit stammen nicht weniger als sechs Gold-, drei Silber- und eine Bronzemedaille im Pony-, Junioren-, Junge Reiter- und U25-Bereich bis 2019. Heute ist die Dressurreiterin 29, glücklich verheiratet und führt ihren eigenen Betrieb in Warendorf, in der Nähe ihrer Heimat Ostbevern. Vor allem jedoch glänzt sie mit der zwölfjährigen Oldenburger Foundation-Tochter Florine OLD mittlerweile im Weltcup und auf vielen anderen bedeutenden Turnieren. Ein Portrait.