Leseproben Ausgabe 08/2022

WM Herning: Schweden im Gold-Look
Foto: Stefan Lafrentz

WM Herning: Schweden im Gold-Look

Doppelgold für Henrik von Eckermann, Sieg der schwedischen Mannschaft, Platz fünf für Deutschland, bester Reiter im Team: Marcus Ehning – die sportlich hochklassige Weltmeisterschaft der Springreiter im Fußballstadion der Messestadt Herning ließ an Spannung und Dramatik nichts zu wünschen übrig. Pech für die deutschen Jumper: ein Fehler weniger und sie hätten Silber gewonnen. Auf dem Viereck stahl ein lackschwarzer Beau allen die Schau: Der niederländische Hengst Glamourdale mit der Britin Charlotte Fry im Sattel ist das neue „Gänsehautpferd“ des Dressursports. Sein Einzel-Gold im Grand Prix Special und in der Kür waren unumstritten. Cathrine Laudrup Dufour mit Vamos Amigos und Dinja van Liere mit Hermes rangierten jeweils auf dem Silber- bzw. Bronze-Rang. Team-Gold sicherte sich erwartungsgemäß Dänemark. Deutschland verpasste die Einzelmedaillen und übte sich als Bronzemannschaft in Bescheidenheit.
Bundeschampionate: 21 Titel und vieles Neues
Foto: Stefan Lafrentz

Bundeschampionate: 21 Titel und vieles Neues

Traumhaftes Wetter, 40.000 Zuschauer und etliche Veränderungen prägten die Bundeschampionate, die sich mit ihrem neuen Titelsponsor, dem Reitsportausstatter HKM, eine optische wie sportliche Frischzellenkur gegönnt haben. So gab es einen weiteren Champion und einen Großen Preis. Da auch bei der Weltmeisterschaft der jungen Dressurpferde Siebenjährige starten, war es nur konsequent, national nachzuziehen. Der erste Champion kommt aus Oldenburg: Leonie Richter führte den siebenjährigen Wallach Dos Amigos v. Dimaggio-Sir Donnerhall I zum Titel. Das Bestreben, die Bundeschampionate wieder attraktiver für Springreiter zu machen, führte zur Einführung einer Prüfung für Ehemalige. Wie schon bei den sechs- und siebenjährigen Springpferden erwies sich der „Warendorfer Parcourskönig“ Richard Vogel auch hier als Bester. Mit dem Westfalen United Touch hielt er die Konkurrenz auf Abstand.
Pferde-Promi: Franziskus entfacht Klimkes Ehrgeiz
Foto: Stefan Lafrentz

Pferde-Promi: Franziskus entfacht Klimkes Ehrgeiz

Seit 2019 Mitglied des Olympiakaders, nun die Mannschafts-Bronzemedaille bei der Weltmeisterschaft in Herning gewonnen: Der Hannoveraner Franziskus und Reitmeisterin Ingrid Klimke haben sich bei ihrem Debüt auf der Championatsbühne prächtig geschlagen. Der 14 Jahre alte Sohn des Fidertanz, der auf der Station Holkenbrink zu Hause ist, hat Ingrid Klimkes Ehrgeiz entfacht: „Ich habe oft gedacht, dieses Pferd hat alle Möglichkeiten, seine Ausstrahlung ist umwerfend, Franziskus ist etwas ganz Besonderes. Ihn weiter auszubilden, hat mich gereizt, weil er so speziell ist.“ Mit „speziell“ meint sie seine Hengstigkeit und auch die Eigenschaft, sich von allem ablenken zu lassen. Aber die Topreiterin hat den bildschönen Hengst längst auf ihrer Seite, Franziskus reifte zu einer zuverlässigen Größe auf dem großen Viereck heran und fasste im Grand Prix-Sport Fuß.